Geschäftsbericht zur Mitgliederversammlung des Vereins mitein-anders

am 19. Juni 2015 im Refrather Treff in Bergisch Gladbach
Berichtszeitraum: Mai 2014 bis April 2015

Nur wenn wir in dieser Welt gemeinsam leben,
Hass abbauen und Freundschaften schließen,
nur dann hat diese Welt eine Zukunft.
Johannes Rau

 

Nun sind es bereits mehr als 2 Jahre, dass unser Verein besteht, und es erscheint mir einerseits, als wären wir erst kurz entfernt von unserer Gründungsversammlung in der Gnadenkirche - andererseits aber ist so vieles passiert, dass man denken könnte, der Verein sei schon seit Jahren aktiv.
Unverkennbar ist, dass mitein-anders längst nicht mehr in den Kinderschuhen steckt, sondern sich mehr und mehr zu einer festen Größe in unserer Stadt entwickelt hat. Das liegt sicher nur zum Teil an unserer geschickten Öffentlichkeitsarbeit oder den vielen strategisch gut platzierten Aktivitäten. Insgesamt drängt das Thema der neuen Wohnformen immer stärker in die Öffentlichkeit. Die Menschen fordern eine andere Auseinandersetzung mit dem Thema Wohnen (nicht nur) im Alter und wollen sich nicht zufrieden geben mit den unzureichenden vorhandenen Möglichkeiten. Das erlebe ich in vielen Gesprächen mit Interessierten, das erleben meine VorstandskollegInnen bei all ihren Kontakten in der Öffentlichkeit. Bald wird jeder 15. Deutsche pflegebedürftig sein und es fehlt nach wie vor an geeigneten Konzepten – Pflegeheime für deutsche Bürger, die nun auch noch in Thailand, Spanien und Osteuropa entstehen, weil zu Hause die Pflege nicht mehr zu bezahlen ist, sind keine Alternativen. So wird das Vertrauen der Menschen in die staatliche Hilfe zerstört und es ist kein Wunder, wenn mit großem Engagement auf privater Ebene andere Wege gesucht werden. Und auch wenn ich spüre, dass einige Mitglieder beklagen, dass es auch nach zwei Jahren aktiven Handelns noch kein greifbares Projekt bei uns gibt, so bin ich mir doch sicher, dass wir viel Boden gut gemacht haben auf unserem Weg. 

Vorstand und Mitglieder

Inzwischen ist nicht nur das zweite Jahr vergangen, sondern auch viel Neues passiert:Unser Verein hat aktuell 74 Mitglieder – das sind genau 5 Personen mehr als im letzten Jahr. Zu erläutern ist diese Zahl dahingehend, dass einige Mitglieder inzwischen ausgetreten sind, da sie für sich bereits eine andere geeignete Wohnmöglichkeit gefunden haben – sei es auf dem freien Markt  oder in einer der umliegenden Kommunen. Eins unserer Gründungsmitglieder, Frau Willenberg-Köhler, ist im letzten Jahr verstorben, auch dies müssen wir traurig zur Kenntnis nehmen und haben ihrer in einer Gedenkminute während einer der Vorstandssitzungen gedacht. Allerdings haben einige neue Menschen,  die sich konkret mit dem Gedanken tragen, in ein Mehrgenerationenwohnprojekt einzuziehen bzw. solche Bauvorhaben unterstützen zu wollen, den Weg zu uns gefunden und sind Mitglieder geworden. Ich weiß auch, dass heute viele Interessierte zwischen uns sitzen, die, angestoßen durch unsere öffentlichen Aktivitäten, Kontakt aufgenommen haben und einen ersten Eindruck gewinnen wollen.
Seit der letzten Mitgliederversammlung wurden insgesamt 10 Vorstandssitzungen durchgeführt, davon 5 öffentlich. Die letzteren fanden statt im Besprechungsraum der Firma WohnConsult, den uns unser Mitglied Christian Pauluhn freundlicherweise zur Verfügung stellt und stets für unsere Zwecke herrichtet, vorab sogar zusätzliche Stühle ausleiht und transportiert, Getränke bereitstellt und den Türöffner gibt – ein ganz herzliches Dankeschön für dieses Engagement!! Ebenfalls danken möchte ich meinen VorstandskollegInnen für die vertrauensvolle Zusammenarbeit, auch wenn ich mich im letzten Jahr manchmal etwas einsam gefühlt habe... Das lag daran, dass gleich zwei von uns vieren beruflich unter enormem Druck standen und eigentlich für dieses ehrenamtliche Engagement eigentlich gar kein Raum mehr war. Trotzdem war ich mir sicher, dass die gemeinsame Idee mitgetragen wurde. Und – da die Belastung zeitlich begrenzt war - sich die Situation bald wieder ändert und wir dann wieder in alter Stärke weitermachen können. Wichtig war auch, dass wir solchen Zeiten einen Joker haben in Gestalt des gewählten Beisitzers Karl-Heinz Brück – der war immer ansprechbar und mit dabei!
Ändern wird sich allerdings wirklich eine Personalie: Unsere Schriftführerin Uta Kallenbach, deren wunderbare Protokolle Sie in den letzten beiden Jahren fast monatlich mit allen Informationen
versorgt haben, steht aus privaten, auch gesundheitlichen Gründen, für eine weitere Amtszeit nicht mehr zur Verfügung. Das bedauern wir natürlich sehr, danken aber hiermit für ihren Einsatz  – immerhin ist Uta ein Mitglied der ersten Stunde, sozusagen aus der Keimzelle unseres Vereins. Und wir hoffen, dass sie als „normales“ Mitglied noch lange dabei sein wird!
In diesen 10 Vorstandssitzungen haben wir viele Dinge besprochen, zumeist ging es um die Projektstandorte, die Mitglieder, unsere Außenwirkung und mögliche Aktivitäten. Es gab nur selten
extrem kontroverse Diskussionen, und immer führte es zu einstimmigen Beschlüssen. Zu unserer Freude und zusätzlichen Entlastung waren meist auch die LeiterInnen der Arbeitsgruppen dabei, haben sich mit viel Enthusiasmus eingebracht und frische Ideen beigesteuert. Danke an Euch! Zur besseren Übersicht hier die Berichte aus den Arbeitsgruppen:

Veranstaltungen / Exkursionen

(Dagmar Wies) Mit unseren Veranstaltungen möchten wir gleich mehrere Dinge erreichen: Zum einen natürlich andere Projekte und Mitstreiter kennen zu lernen um von deren Erfahrungen zu profitieren bzw. deren Fehler nicht ebenfalls zu machen. Zum anderen aber auch, uns in der Öffentlichkeit bekannt zu machen und für unsere Sache zu werben. Das ist uns mit unserer Veranstaltung im April diesen Jahres sehr nachdrücklich gelungen.
Unter dem Titel „wie wir leben wollen“ konnten wir hochkarätige Experten in dieVHS einladen und die über 100 BesucherInnen erlebten an diesem Nachmittag geradezu eine Fachtagung zum Thema – abschließendes gemeinsames Singen inbegriffen. Wer mehr dazu wissen möchte, kann sich auf unserer Internetseite unter „Projekte“ umfassend informieren. Insgesamt eine sehr gelungene Veranstaltung, die uns immer noch Nachfragen beschert und gleich einige neue Mitgliedschaften generiert hat. Für die gute Vorbereitung ein Dankeschön vor allem  an die Ideengeberin und eifrige Mitarbeiterin Dagmar Wies, aber auch an Christian Pauluhn und Ute Vierkotten, die weiter behilflich waren.

Mitgliederbetreuung

(Roswitha Wirtz) Diese Arbeitsgruppe verbindet sich logischerweise mit der Veranstaltungs-AG – mehrere Aktive im Verein haben es sich zum Ziel gesetzt,unsere Mitglieder durch gemeinsames Tun zusammen zu führen. Ein Ergebnis dieser AG war unser schönes Herbstfest im November letzten Jahres. Viele waren dabei, als wir uns in den spannenden Räumen des bauoffice in der Buchmühle getroffen haben. Dieses geschichtsträchtige Fachwerkhaus zeigt sich heute mit zukunftweisenden, modernen Architekturelementen und das extravagante Innenleben war sicher für Viele überraschend. Von dort aus hat uns Roswitha dann mit viel Fachwissen durch Bergisch Gladbach geführt, als offizielle Stadtführerin weiß sie über Hintergründe und Geschichten aus unserer Heimat gut Bescheid und berichtet mit Witz und Leidenschaft. Das Treffen klang im gemeinsamen Miteinander und angenehmen Gesprächen aus.

Öffentlichkeitsarbeit

(Dorothea Corts) Hier geht es um Vernetzung mit anderen Initiativen, um Werbung in eigener Sache, um Pressearbeit und unsere Außendarstellung.
Endlich kann berichtet werden, dass unser Flyer vorliegt – ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit nach außen, damit kann man uns sozusagen mit nach Hause nehmen und in Ruhe anschauen. Wer Flyer mitnehmen will und Orte zur Verteilung kennt, kann das im Übrigen gerne später tun.
Am 5. 11. 2014 war ich eingeladen bei der Unternehmerinitiative Rhein-Berg in Untereschbach. Dort konnte ich meinen Vortrag zum Thema Mehrgenerationenwohnen halten und bekam von den Anwesenden aus Politik, Bank- und Immobilienwirtschaft viele positive Rückmeldungen.
Ebenfalls teilgenommen habe ich am „runden Tisch bezahlbarer Wohnraum“, einer Initiative zu der gleich der Stadtbaurat sicher einiges sagen wird. Dort war es mir möglich, das Thema  Mehrgenerationenwohnen als wichtigen Bestandteil zukünftiger Überlegungen in unserer Stadt zu verankern.
In Sachen Netzwerkarbeit wurden wir am 4. 9. 2014 eingeladen von der Landesinitiative StadtBauKultur NRW zu einem Treffen von Initiativen unseres Landes. Dagmar Wies und ich haben  unseren Verein dort vertreten und konnten uns austauschen mit Vertretern anderer Kommunen. Spannende Vorträge zu Stadtentwicklung und Zukunftsperspektiven des Bauens und Wohnens  rundeten den Besuch ab. Ein guter Kontakt besteht auch zum Verein NWiA aus Köln, dem Landesbüro für innovative Wohnformen, einer Kontakt- und Beratungsstelle für neue Wohnformen im  Alter.
Ebenfalls Kontakt gehalten wird mit dem sehr aktiven Netzwerk für gemeinschaftliches Bauen und Wohnen, einem Projekt des Hauses der Architektur Köln. Für unsere Mitglieder leiten wir   Einladungen zu Veranstaltungen dieser Initiativen im Umland weiter. Ein schönes Ergebnis unserer Arbeit war auch der mehrseitige Artikel im Rheinisch-Bergischen Kalender 2015, dort ist unser Werdegang sehr genau recherchiert und für die Nachwelt festgehalten.

Finanzen / Fördermittel

(Michael Schubek) Hier ist natürlich unser Schatzmeister Herr des Verfahrens und wird später seinen Jahresbericht vortragen. Da sich dieser allerdings auf das Kalenderjahr 2014 bezieht, möchte ich vorab eine wichtige Errungenschaft aus diesem Jahr mitteilen: Die Förderung der Aktion Mensch. Dies ist die größte private Förderorganisation in Deutschland für Menschen mit Behinderungen. Dort wurden gleich 2 Anträge unseres Vereins bewilligt  - eine starke Unterstützung und Anerkennung unserer
Arbeit. Die Förderung hat bereits die viel beachtete Fachtagung in der VHS ermöglicht und wird uns im kommenden Herbst unterstützen bei dem Plan einer Vernetzung und Zusammenkunft von Behindertenverbänden aus der Region. Auf den Weg gebracht hat das mit klar gegliederten Anträgen und großer Hartnäckigkeit Gisela Röhrig. Danke!

Projektstandorte

(Georg W. Geist) Wie sich im Laufe des letzten Jahres herausgestellt hat, ist der Standort ein ganz entscheidender Faktor unserer Arbeit. Wir haben bereits vor einiger Zeit in einem Papier die Bedingungen für einen guten Standort zusammengefasst. Wichtig erschien uns vor allem die innerstädtische Lage bei gleichzeitiger Bezahlbarkeit des Grundstücks - zwei Komponenten, die überaus schwer zusammen zu bringen sind. Aber wir arbeiten daran! Wie Sie wissen, gab es einen Vorstandsbeschluss der besagt, dass wir nur solche Standorte weiter verfolgen, wenn mehrere Mitglieder bekunden, dass sie dort konkret wohnen möchten und eine entsprechende Gruppe zur weiteren Umsetzung bilden.
Wir haben uns im letzten Jahr mit mehreren Standorten beschäftigt. Angeboten wurde uns von den planenden Architekten u. a. ein Mehrfamilienhaus am Töpferweg in Paffrath, das sich gut für ein Mehrgenerationenwohnprojekt geeignet hätte. Allerdings fanden sich nicht genügend Interessenten für den dortigen Standort und damit wurden keine weiteren Gespräche mit den Eigentümern geführt.
Auch zum Grundstück Ehrenfeldgürtel in Köln erreichte uns eine neue Information. Dort hatten die Eigentümer bereits vor längerer Zeit Kontakt mit uns aufgenommen und wir hatten bereits eine Besichtigung des Grundstücks vorgenommen. Die sehr „urbane“ sprich verkehrsumtoste Lage entsprach wohl nicht den Vorstellungen unserer Mitglieder, daher wurde die erneute Kontaktaufnahme und der Hinweis, dass die Baumaßnahme nun umgesetzt wird, nicht weiter verfolgt.
Sehr interessant finden wir nach wie vor das Grundstück an der Oberheidkamper Straße, allerdings ist der vom Eigentümer aufgerufene Kaufpreis so hoch, dass sich dort wohl nur teure Doppelhaushälften realisieren lassen und Mietwohnungsbau nicht wirtschaftlich zu realisieren ist – schade, keine Maßnahme für uns!

Buchmühle und Wilhelm-Klein-Straße

(E. Sprenger/D. Corts) Das Projekt Buchmühle wird seit Gründung des Vereins verfolgt. Ziel ist es, rückwärtig der oberen Hauptstraße im Innenbereich der Buchmühle ein großes Mehrgenerationenwohnprojekt zu entwickeln. Da die Stadt Bergisch Gladbach Eigentümerin eines wesentlichen Teils des Baugrundstückes ist, hängt es entscheidend von ihr ab, ob das Projekt realisierbar ist.
Für das Grundstück liegen 2 Planungen vor, die vom Arbeitskreis Baukultur, den Verein unterstützend, ehrenamtlich erstellt wurden. In einem 1. Entwurf  (das rote Haus) wurden alle in Frage kommenden Grundstücke des Bereiches überplant. Es kristallisierte sich dann heraus, dass der Eigentümer eines genau  in der Mitte des Baugrundstückes liegenden  Grundstücksteils heftigen Widerstand gegen eine Bebauung seines Grundstückes signalisierte. Dies führte zu einer Umplanung des Projektes. Es wurde nun in 2 Bauabschnitten auf unterschiedlichen Grundstücken geplant, unabhängig von dem nicht zur Verfügung stehenden Grundstück. Der 1. Bauabschnitt liegt fast ausschließlich auf städt. Grundstück. Dies hat den Vorteil, dass Grundstücksverhandlungen allein mit einer Eigentümerin, der Stadt, geführt werden können.
Dieser 2. Entwurf (das weiße Haus) liegt zwischenzeitlich in hochwertigen 3-D-Darstellungen vor, die eine gute Präsentation ermöglichen. Diese Pläne wurden bei der Veranstaltung des Vereins am 18.4.2015 zum ersten Mal öffentlich vorgestellt.
Die Vereinsvorsitzenden haben die Entwürfe jeweils mit der Stadtplanung abgestimmt und von dieser Seite aus erfolgte Anregungen in die Planung einfließen lassen. Die Stadtplanung hat das Projekt in die „Rahmenplanung Stadtmitte“ aufgenommen und im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung den Bürgern vorgestellt. Das Ergebnis der Öffentlichkeitsbeteiligung wurde am 9.6.2015 im Stadtentwicklungs- und Planungsausschuss vorgestellt.  Der Teilraum „Buchmühle“ wurde unterschiedlich und z.T. sehr kontrovers in der Öffentlichkeitsbeteiligung diskutiert.  Eine Bebauung rückwärtig der Hauptstraße – also auf dem von mitein-anders favorisierten Baugrundstück - wird von der Bürgerschaft grundsätzlich positiv beurteilt.  Auch die vorgeschlagene Sonderform (Mehrgenerationenwohnen und / odersozial geförderter Wohnraum) wird begrüßt. Zur Bebauungsdichte gibt es unterschiedliche Ansichten.
Eine Bebauung rückwärtig der Laurentiusstraße wurde von den Bürgern kritisch gesehen. Die Stadtplanung wird die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung nunmehr in den städtebaulichen Entwurf des Bebauungsplanes Buchmühle einfließen lassen.   Dann obliegt es der Entscheidung der Politik, ob die erforderlichen planungsrechtlichen Voraussetzungen für die Errichtung eines  Mehrgenerationenwohnprojektes geschaffen werden.
Die Vorsitzenden werden die nächsten Wochen nutzen, um bei der Politik und in der Verwaltung das Projekt in seiner jetzigen Form vorzustellen und dafür zu werben. Auf der Suche nach geeigneten Grundstücken auch im Raum Refrath fiel vor einiger Zeit das Augenmerk auf ein Grundstück an der Wilhelm-Klein-Straße: Eine kleine Parkanlage unmittelbar an der Straßenbahnhaltestelle Refrath, die von den Anliegern überwiegend als Hundewiese genutzt wird.
Aufgrund seiner Infrastruktur ist das Grundstück ideal für ein Mehrgenerationenwohnhaus geeignet. Da im Stadtteil Refrath ebenfalls ein Standort für eine Kindertagesstätte gesucht wird,  wurde dieser Wunsch des städtischen Jugendamtes in die Planung des Projektes einbezogen. Auch hier erstellte der Arbeitskreis Baukultur einen Vorentwurf, der belegte, dass ein  Mehrgenerationenwohnhaus  sich gut in die vorhandene Bebauung einfügt. Das Grundstück ist auf der Grundlage des § 34 BauGB bebaubar, d.h., das Baurecht besteht bereits.
Parallel  zum Verein mitein-anders zeigte eine zweite, an einem Mehrgenerationenwohnprojekt interessierte Gruppe ihr Interesse auf das hier zur Rede stehende Grundstück und richtete einen
Kaufantrag an die Stadt Bergisch Gladbach.
Die Vereinsvorsitzenden mitein-anders gingen aktiv auf diese Gruppezu; das Ergebnis der Gespräche war eine Kooperation des Vereins mitein-anders  mit der Förderinitiative  „Mehrgenerationenhaus Refrath“. Es wurde beschlossen, erneut und diesmal gemeinsam einen Bürgerantrag zu stellen. Dieser Bürgerantrag wurde am 26.01.2015 dem Bürgermeister mit der Anregung  übergeben, die Zielsetzungen des Vereins mitein-anders stringenter zu unterstützen, das Wohnbaulandkonzept forciert zu erarbeiten und die Nutzung eines Grundstückes in Refrath für Zwecke des Vereins zu überprüfen.
Die Anregung wurde am 25.03.2015 im Ausschuss für Anregungen und Beschwerden öffentlich behandelt, Frau Corts erhielt Gelegenheit, das Anliegen des Vereins als Vorstandsvorsitzende
persönlich vorzutragen. Die Ausschussmitglieder befürworteten erneut das Anliegen des Vereins, aber nicht die Inanspruchnahme des Grundstückes. Hier bestand der Wunsch, es weiterhin als Grün- und Parkfläche in Refrath zu erhalten. Es wurde vielmehr auf ein alternatives Grundstück in Refrath verwiesen, welches aber nicht öffentlich benannt wurde, um nicht wieder neue
Interessentengruppen zu generieren.
Die Lage dieses Grundstückes wird auch weiterhin nicht benannt, das Grundstück ist den Vereinsvorsitzenden aber bekannt. Es liegt ebenfalls in Refrath, Zentrum und Straßenbahn sich
fußläufig erreichbar. Ein großer Vorteil des Grundstückes gegenüber der Wilh.-Klein-Straße ist seine ruhige Lage. Das Grundstück eignet sich aufgrund seiner Lage, Größe und Form ideal für
ein Mehrgenerationenwohnprojekt. Um die Geeignetheit des Grundstückes darstellen zu können, hat das Architekturbüro Franken und Kreft zwischenzeitlich einen Vorentwurf für dieses Grundstück erstellt.
Da das Grundstück groß ist, konnte in die Planung ein weiteres soziales Projekt integriert werden: Eine Wohngruppe für junge Menschen mit einer Behinderung. Heimplätze für diese Gruppe von Menschen fehlen, so dass die Eltern in Privatinitiative hier eine Lösung für ihre heranwachsenden Kinder suchen. Diese Gruppe war ebenfalls an unseren Verein herangetreten. Die Möglichkeit, dieses Projekt zu realisieren, setzt nicht nur eine Verkaufsbereitschaft der Stadt voraus. Es muss ebenfalls vorab das erforderliche Planungsrecht geschaffen werden, d.h. der
derzeitig rechtsverbindliche Bebauungsplan muss geändert werden.
Die Vereinsvorsitzen den sind auch bezüglich dieses Projektes in der Abstimmung mit der Stadtplanung. Sobald  hier eine Befürwortung des Projektes erfolgt, kann das Verfahren zur
Änderung des Bebauungsplanes beginnen. Der Verein hätte dann die Chance, in die konkrete Bauplanung und Finanzierung des Projektes einzusteigen.
Der zuvor genannte Bürgerantrag wurde am 25.03. an den Stadtentwicklungs- und Planungsausschuss (SPLA) überwiesen. Die Behandlung im SPLA soll dann erfolgen, wenn für
das alternative Grundstück ein entsprechender Vorentwurf für die Änderung des Bebauungsplanes vorliegt.

Viel erreicht – noch viel zu tun

Liebe Miteinanderen, obwohl auch nach dem zweiten Jahr keine sichtbaren Ergebnisse vorliegen, kann man trotzdem sagen, dass viel erreicht wurde. Unser Verein hat eine stattliche Größe, viele Menschen haben sich zumindest kennen, vielleicht sogar auch ein wenig schätzen gelernt. In der Öffentlichkeit sind wir in jedem Fall angekommen. Unsere Lobbyarbeit zeigt erste Erfolge, fast wöchentlich erreichen mich Anfragen von interessierten Menschen. Auch die örtlichen Entscheidungsträger aus Politik und Verwaltung sind aufmerksam geworden und befassen sich mit dem Thema – alle Fraktionen äußern sich auf Nachfrage ausgesprochen positiv. Wie die entscheidenden Ratsbeschlüsse dann allerdings ausfallen, müssen wir genau beobachten. Denn ohne
Druck werden wir nicht erfolgreich sein – das haben auch die Projektmitglieder aus den anderen Städten berichtet. Und diesen Druck wollen und werden wir auch weiterhin erzeugen. Und uns
weiterhin engagieren, so planen wir z. B. mit Unterstützung der Aktion Mensch ein Treffen mit allen Behindertenverbänden aus der Region im Herbst diesen Jahres. Und wir planen – das meinen wir ernst - eine Teilnahme am Rosenmontagszug im nächsten Jahr: verkleidet als viele lebende Mehrgenerationenhäuser!! Mal sehen, ob wir das auf die Beine stellen können!
Aber besonders im Fokus bleiben natürlich unsere Gespräche bezüglich der vorgenannten Baugrundstücke.

Lob und Dank

Danken möchte ich an dieser Stelle den Architekten des Arbeitskreises Baukultur für ihre Unterstützung. Ohne diese Hilfe wäre uns die Entwicklung von Bebauungsvorschlägen und deren  Visualisierung nicht möglich. Und somit auch die Überzeugungsarbeit in den politischen Gremien deutlich schwerer. Gut, dass es dieses Engagement gibt!
Ein ganz besonders dickes Lob möchte ich aber erneut Sie alle richten: Wie im letzten Jahr haben mich wieder viele Mails aus Ihren Reihen erreicht. Darin wurde  mir und meinen Vorstandskolleginnen und -kollegen gedankt, es wurden Wünsche formuliert und auch mal Kritik geübt. Aber es war immer der erklärte Wunsch nach Fortsetzung und Unterstützung unserer Arbeit.
Ebenfalls freut uns sehr die nicht nachlassende Beteiligung bei unseren Vorstandssitzungen und sonstigen Veranstaltungen, wir lernen uns dabei immer besser kennen und wissen, dass Sie alle hinter uns stehen. Daher unser Dank an Sie, unsere aktiven und rührigen Mitglieder. Ihre Beteiligung beflügelt uns und ich bin mir sicher, dass wir gemeinsam unser Ziel erreichen werden.

Dorothea Corts

 

Geschäftsbericht 2015