Mehrgenerationenwohnen - bald auch in Bergisch Gladbach möglich?

Der gemeinnützige Verein mitein-anders hatte sich vor nun fast genau drei Jahren gegründet, um neue Wohnformen in Bergisch Gladbach und Region auf den Weg zu bringen. Mit großem Engagement vereinten die Organisatoren ganz unterschiedliche Menschen, die andere Wohnformen für Ihre persönliche Zukunft suchten, in ihren Reihen. Sie reisten zu gelungenen Projekten im Umland, luden Referenten zu Vortragsveranstaltungen ein, informierten über Finanzierungsmodelle, erörterten Vor- und Nachteile. Sie legten Kriterien fest für mögliche Grundstücke (innerstädtisch) und die geplante Bewohnerstruktur (altersgemischt) und die Bebauung (nachhaltig). Ein großes Anliegen war zusätzlich die Integration von Menschen mit Einschränkungen sowie von Menschen mit nur geringem Einkommen. Buntes Wohnen sollte es sein, eine ambitionierte Idee, die anfangs von vielen belächelt wurde. Doch die Hartnäckigkeit der Beteiligten, zwei Bürgeranträge und viele Gespräche mit Politik und Verwaltung führten nun dazu, dass die soziale Grundidee ihre Befürworter fand und ein erstes Pilotprojekt vor der Umsetzung zu stehen scheint. Der momentane Mangel an sozialverträglichem Wohnraum und die Tatsache von zunehmender Armut im Alter waren sicher weitere ausschlaggebende Faktoren für die Entscheidungsträger.

Dekoratives Element - Zeichnung einer Wohnungsiedlung

Der Verein legte für ein bislang unbebautes städtisches Grundstück mitten in Refrath einen interessanten Entwurf des Architekturbüros Franken und Kreft vor, der ein Wohnprojekt für ca. 25 Wohneinheiten unterschiedlicher Größe beschreibt sowie eine damit baulich verbundene Pflegestation für 8 behinderte junge Erwachsene aus Refrath. Zusätzlich sollen Gemeinschaftsräume und ein Gästeappartement das aktive Miteinander unterstützen. Mit diesem Konzept erreichte der Verein, dass die Stadt Bergisch Gladbach bereit ist, einen Optionsvertrag zum Ankauf des Areals zu schließen. Zur Ermittlung des Verkehrswertes wurde der städtische Gutachterausschuss beauftragt. Zeitgleich arbeitete der Verein mit der möglichen Bewohnergruppe, bot Workshops an zu gruppendynamischen Prozessen und Finanzierungsformen, diskutierte die geplante Architektur. Unbedingt Sicher stellen will man, dass hier ein wirklich soziales Projekt entsteht und keine kommerziellen Ziele Einzelner verfolgt werden. Daher wird es auch keinen privatwirtschaftlich aufgestellten Investor geben. Die Gruppe überlegt, dass entweder eine eigene Genossenschaft zum Bau des Projektes gegründet oder die Trägerschaft von einer bestehenden Genossenschaft bzw. Wohnungsbaugesellschaft übernommen wird. Entsprechende Gespräche sind bereits erfolgt, mit positiver Tendenz.

So könnte also in absehbarer Zeit gemeinschaftliches Wohnen in Refrath möglich werden - fußläufig zu Einkaufszentrum, Schule, Kindergarten aber trotzdem ruhig, barrierefrei und teilweise behindertengerecht. Öffentlich geförderte mischen sich mit frei finanzierten Wohnungen, sodass ein sozialer Bewohnermix entstehen kann. Freiflächen im Garten, Terrassen und Balkone runden das Bild ab. Eine erste große Interessentengruppe trifft sich bereits regelmäßig, bislang fehlen allerdings noch einige junge Familien. Deshalb ein Aufruf an junge Menschen in Refrath: Vielleicht haben Sie schon lange auf die Möglichkeit gewartet, nicht allein im anonymen Wohnblock zu leben sondern im lebhaften Austausch mit anderen zu wohnen? Als Alleinerziehende/r auf ein liebenswertes Umfeld von Ersatzgroßeltern zurückgreifen zu können? Oder als Student/in nahe an den öffentlichen Verkehrsmitteln aber trotzdem in einem Miteinander von Alt und Jung zu leben? Wenn ja, melden Sie sich bei uns, vielleicht sind Sie in Kürze Ihren Wünschen ein Stückchen näher gerückt und bald engagiertes Mitglied einer eingeschworenen Gemeinschaft!

Der mitein-anders-Vorstand ist sich sicher: Wenn dieses Projekt auf den Weg kommt, wird es auch Zeit, das nächste in der Innenstadt von Bergisch Gladbach anzugehen - die Buchmühle. Wer Interesse hat daran mitzuwirken ist ebenfalls herzlich eingeladen unserem Verein beizutreten. Wir freuen uns über jede Unterstützung!
Weitere Informationen und Kontaktaufnahme unter: www.mitein-anders.de